Liebe Alle,

nach längerer Sendepause mal wieder ein Post. Ich habe von Pfingstsamstag 12Uhr bis Sonntag 21:45Uhr an der Ultralaufveranstaltung TorTour de Ruhr teilgenommen. Gemeinsam mit meinem Freund Martin, dem ich die Einladung zum Lauf überhaupt zu verdanken habe, machten wir uns in der Sonderwertung mit drei weiteren Walkern auf den Weg von Arnsberg nach Duisburg. Das Wetter war (zu) warm und der Weg (zu) weit =) Unterstützt wurden wir von Familie und Freunden, die mit dem Auto zuvor vereinbarte Punkte abfuhren und uns nach Strich und Faden betütelten (DANKE!!!) oder gar mit dem Drahtesel begleiteten, (viel wichtiger) motivierten und allgemein die Wünsche von den Augen ablasen. Nur den Weg verkürzen konnten sie nicht, aber wir hatten uns vorgenommen die Rheinorange zu erreichen. Die Hitze zog mir rasch die Kraft aus den Beinen, bereits nach 30km fühlte ich eine leichte Schwäche, warscheinlich konnte meine Psyche aber auh die vor mir liegende Distanz nicht verarbeiten. Dann der Schock: unsere Mitwanderer stiegen bei der ersten offiziellen Verpflegungstelle (bei km 46) aus und wir waren für die restlichen 114km alleine. Immer dem Ruhrtalradweg folgend ging es in die Dämmerung hinein und die Luft frischte glüklicherweise etwas auf. Unterm Kaiserdenkmal entlang ging es zur Mitternachtsrast zum Hengsteysee. Dort stärkte ich mich mit einer Schüssel Haferflocken mit Reismilch und wechselte Socken und Schuhe. Das tat wirklich gut. Aber der Gedanke noch 100km auf den Beinen sein zu müssen, bedrückte mich komischerweise etwas. Ich hatte bereits leichte Blasen (an blöden Stellen) und konnte mir einfach nicht mehr vorstellen es zu schaffen. Dazu kam eine bleierne Müdigkeit, die mich nach Mitternacht zäh verfolgte und die ich mich mit lauter Musik zu vertreiben suchte. Ich wollte nicht aufgeben, wir hatten uns gewissenhaft vorbereitet und viele Kilometer abgerissen. Der Sonntag startet zunächst etwas bedeckt, was in uns die Hoffnung aufkeimen ließ, dass es etwas kühler werden könnte. Ätsch… falsch gedacht: wir hatten lange schattenfreie Kilometer an der Ruhr zu bewältigen, die sich so richtig zogen. Jupp, unser Radbegleiter ab Sonntag Mittag labte uns mit Ruhrwasser, welches er uns über Unterarme und Waden schüttete… so gut! Die Distanzen zwischen den Pausen wurden kürzer und wir wurden von den anderen Läufern, die die 230km, 160 oder 100km-Distanz bewältigten, überholt. Wir krochen von Stadt zu Stadt, langsam aber sicher einen Tinnitus von den Fahrradklingeln bekommmend, Bochum, Essen, Mühlheim,…. und bald endlich Duisburg! Gefühlt ging es mir recht gut, nur die Füße waren verständlicherweise ziemlich empfindlich. Nur noch Marathon,… nur noch Halbmarathon.. kurz auf die Uhr geschaut: wir können es bis zum offiziellen Zielschluss schaffen, los! Nochmal das Tempo angezogen und richtig losgelegt. Wir hatten es insgeheim schon abgeschrieben die Zeit zu schaffen, denn wir hatten unser Tempo ob nötiger Zwischenpausen nicht halten können, doch jetzt hatten wir neuen Mut geschöpft, im Hinterkopf war das imaginäre Finisherfoto auch schon geschossen. Schwer atmend noch mal alles aus den Beinen holend, näherten wir uns endlich der Rheinorange, wo traditionell die Tortour endet. Und wir haben diese nach 33h 45min, begleitet von unserem unvergleichlichen Team auch erreicht! Ich kann es noch nicht begreifen, ich bin glücklich, weniger erschöpft als gedacht und soooo dankbar für alle Menschen die ihre Energie in das Gelingen der Veranstaltung investiert haben: Familie Vieler, Rüdiger Timm, LSF-Unna-2000, Tri Team Hagen, Stephan (Steppenhahn) Isringhausen, Rolf Schürmann (und das Wat läuft-Team), Claudia Schmidtmann und Manfred Lindemann, TUS Breitscheid, Sabine Plattke, Mattin (Rothaar) Becker und Klaus (Schiermi) Schiermeister und alle Läufer und Läuferinnen, die für einen guten Zweck Kilometer sammelten und verkauften! Ich habe riesigen Respekt vor allen Teilnehmern und Helfern und freue mich, dass ich Teil der Ultrafamilie sein durfte! So, jetzt ist Regeneration angesagt und dann gehts weiter!

Fotos gibts hier: http://www.tortourderuhr.de

Liebe Grüße

Eure Gulaschkanone

Advertisements